VETERAMA Mannheim 2014 – Was uns so auffällt…

Die Veterama in Mannheim zieht auch an diesem Wochenende wieder Tausende Sammler aus ganz Europa an. Seit 1975 hat sich dieser Teilemarkt vom damaligen Geheimtipp zur größten Veranstaltung dieser Art entwickelt. Wir besuchen die Veterama seit mittlerweile über 25 Jahren und haben natürlich einige Entwicklungen beobachtet, die wir Euch nicht vorenthalten möchten.

Auffällig ist, dass sich die Händlerschaft inzwischen merklich gewandelt hat. Viele der altbekannten Gesichter bleiben aus, andere, sehr oft aus Osteuropa, sind hinzugekommen. Dennoch, es sind wohl an die 4000 Anbieter, die auf etwa 260.000 Quadratmetern Freigelände und 15.000 Quadratmetern in den beiden Hallen auf dem Maimarktareal an der Autobahn ihre Fahrzeuge und Teile anbieten. Was uns in diesem Jahr besonders auffällt: Der Vespa-Boom treibt inflationäre Blüten, wobei sich das auf ein inzwischen sehr große Angebot auswirkt. Spitzenreiter war am heutigen Freitag eine recht ordentlich erhaltene Hoffmann-Vespa, ein deutscher Lizenzbau aus den frühen 50ern, für die 8.500 Euro aufgerufen werden! Wir haben übrigens fast 100 Vespas auf dem ganzen Gelände gezählt, das gab es so noch nicht, wie wir meinen.

Traditionell überwiegt bei der Veterama das Zweiradangebot – obwohl auch diesmal wieder viele Autos auf dem hintan gehängten Freigelände zu haben sind. Darunter sehr interessante Franzosen der Mittelklasse, einige rare Kombis, zahlreiche Mercedes-Youngtimer, wie üblich, aber auffallend wenig Porsche, darunter kein luftgekühlter – die wandern inzwischen in Essen, Stuttgart und Bremen etc. auf Hochglanz poliert unter Scheinwerfern auf den roten Teppich und reißen alle Marken. Wir hatten das Thema bereits in unserem Blog vor einiger Zeit: Die Chinesen häufen in ganzen Hafenhallen-Komplexen die Stuttgarter Coupés an, weil man damit rechnet, dass ein Gesetz bald fällt, das bisher das Fahren von Fahrzeugen in China verbietet, die älter als 25 Jahre sind. In diesem Augenblick werden interessante Sport- und Luxus-Klassiker wohl noch einmal richtig im Preis zulegen. Ansonsten: Gäste aus Fernost sieht man auf der Veterama nicht.

Internationales Volk findet sich dennoch reichlich unter den rund 45.000 Besuchern. Man hört sehr viel Französisch und Italienisch, ebenso, wie sehr viele französische Motorräder angeboten werden, zumeist aus der Vorkriegszeit.

Ein großer Teil des Angebots besteht außerdem aus alter Reklame, Spielzeug und Accessoires, auch hier werden mittlerweile teils irrwitzige Preise aufgerufen.

Ach ja, und es werden scheinbar ganze Nachlässe gehandelt, denn es tauchen vermehrt große Vorkriegsmaschinen im Top-Zustand auf, die allerdings auch ihren Preis haben: Ein perfekter BMW-Boxer aus den frühen 30ern liegt immer jenseits der 30.000 Euro.

Und Schnäppchen? Das wird knapp. Selbst Mopeds schlagen schnell in den vierstelligen Bereich. Zum Beispiel eine restaurierte Zündapp KS 50 von 1966 für 3.500 Euro, ein relativ seltenes Gritzner Monza Sportmoped in kaputt soll immer noch 850 Euro kosten – mal sehen, wo das hin führt.

Dennoch, es gibt viel Reizvolles zu sehen, wie ein ordentliches Maicomobil, der skurrile Autoroller in Tonnenform – Preis nach Gebot, klar, fünfstellig, auch klar…

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