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Das Oldtimer-Youngtimer-Magazin der O-Y-App.com http://www.oldtimerapp.com Sun, 19 Feb 2017 09:32:38 +0000 de-DE hourly 1 AvD-Histo-Monte 2017: Wir waren dabei http://www.oldtimerapp.com/?p=1718 http://www.oldtimerapp.com/?p=1718#comments Thu, 16 Feb 2017 23:51:26 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1718 Die AvD-Histo-Monte, was ist denn das überhaupt? Es ist die Möglichkeit, mit einem klassischen Fahrzeug auf eigener Achse und unter sachkundiger Führung die schönsten Originalstrecken aus mittlerweile 106 Jahren Rallye Monte Carlo selbst zu erfahren. Dabei werden durch viele Sondergenehmigungen Dinge ermöglicht, die sonst undenkbar sind.

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Die Rallye Monte Carlo wurde 1911 aus der Taufe gehoben und war ursprünglich eine Sternfahrt aus ganz Europa nach Monaco, wobei bei widrigsten Umständen die teilnehmenden Fahrzeuge auf ihre Tauglichkeit geprüft wurden. Wer in den frühen Jahren diesen beinharten Wettbewerb gewinnen konnte, der hatte echte Argumente im Verkauf. Ganz ähnlich verhielt es sich ab 1928 mit den Siegen auf dem Nürburgring: „Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt“ war ein gängiges Bonmot.

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Das älteste Auto im Feld: Der Käfer von 1954

In der Frühzeit schon stand das Casino von Monte Carlo als Ziel fest, und die Starts in den verschiedenen Ländern wurden ebenfalls oft an einem Casino veranstaltet. Daher kommt der klassische Start in Bad Homburg, der allerdings aus Platzverhältnissen heute vermieden wird. Nicht weit entfernt liegt die Klassikstadt in Frankfurt, jenes vierstöckige, dreiflügelige Backstein-Industriedenkmal mit großem Innenhof, das sich hervorragend für alles rund um eine so große Oldtimer-Rallye eignet.

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Walter Röhrl bläst mit dem Quattro hinauf auf den Schauinsland über Freiburg.

Die originale Monte geht teilweise über abgesperrte Wertungsprüfungen, die so schnell wie möglich gemeistert werden müssen. Das ist bei der historischen Ausgabe natürlich nicht der Fall. Die Wertungsprüfungen sind vor allem Gleichmäßigkeitsläufe, hinzu gesellen sich geheime Durchfahrtskontrollen, die es den Teams nicht ganz so einfach machen, im vorderen Feld zu landen. Jedenfalls ist ein Sieg bei der AvD-Histo-Monte ein besonderer Erfolg, der auch im Rallyekalender wahrgenommen wird.

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Das Team Friedrichs schaffte den Gesamtsieg nach einem zweitem Platz im Vorjahr.

Der Vortag

Dienstagmorgen in der Klassikstadt Frankfurt. Das große, dreiflügelige Backsteingebäude aus der Kaiserzeit liegt um halb acht noch ganz still in der Dämmerung. Bereits Montag wurde alles für die 82 startenden Teams zur 21. AvD Histo-Monte vorbereitet. Im zweiten Stockwerk der alten Fabrik ist das temporäre Büro der Agentur PlusRallye eingerichtet, wo gleich, ab 11 Uhr, die Dokumentenabnahme stattfinden wird.

Langsam kommt nun Schwung in den Laden und die ersten Fahrzeuge treffen im weitläufigen Innenhof ein, die sich in den nächsten Tagen auf das große, klassisch motorisierte Abenteuer nach Monte Carlo begeben werden. Links und rechts wird dieses Szenario stilvoll von zwei gläsernen Schaukästen im XXL-Format eingerahmt, in denen die Audi Tradition zwei eindrucksvolle Rallye-Ikonen ausgestellt hat. Dabei auch Walter Röhrls Audi Sport quattro S1, der inzwischen von vielen Gästen mit Kameras umlagert wird.

Nun hat das Team in der Dokumentenausgabe alle Hände voll zu tun, denn der Andrang der Teilnehmer wächst in der Mittagszeit. Jacken werden ausprobiert, die praktischen Kunststoffkästen von Bott ausgegeben mit Roadbook und allem, was für die Rallye gebraucht wird, dazu eine großes Winterset von Sonax, um auch im Hochgebirge den klaren Blick zu bewahren.

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Walter Röhrl in Malbuisson

Im Hof machen sich die ersten auf den Weg zur Eichstrecke, um ihre Messgeräte onboard auf die richtige Gangart zu trimmen, während der TÜV Süd die technische Abnahme durchführt. Glanz haben die Prüfer auf den Augen, wenn zum Beispiel beim Porsche 911 mit kurzem Chassis von 1968 die Klappen geöffnet werden: ein Auto, original dem Monte-Siegerwagen von Vic Elford nachempfunden, ungedämpft und abgestrippt bis aufs blanke Blech, auf dem der Überrollkäfig verschraubt ist. PlusRallye-Moderator Peer Günther stellt die Fahrzeuge der Reihe nach vor, und das Publikum geht mit, bis ein Raunen durch die Menge geht: er ist da!

Auf dem Parkplatz bildet sich eine dichte Traube um den soeben eingetroffenen Audi Quattro A2, dem nun der zweifache Rallye-Weltmeister Walter entsteigt. Der „Lange aus Regensburg“ muss sofort den Edding zücken und Rallyeschilder, Plakate und alles andere signieren, Motorhauben und sogar das ferngesteuerte Modell eines Audi quattro samt Karton von 1982. „Den habe ich selbst als Kind geschenkt bekommen“, so der Autogrammjäger, „ich war schon immer Röhrl-Fan, wie man daran leicht erkennen kann“, und der nun mit Unterschrift gekrönte Westentaschen-Bolide wird ganz vorsichtig verstaut.

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Skoda feiert 2017 den 40. Jahrestag des ersten Klassensiegs bei der Rallye Monte Carlo. Deshalb reihte sich für Fotozwecke ein aktueller WRC-Skoda mit ein.

Das breite Feld der Skoda-Fahrzeuge fällt auf, was aber auch kein Wunder ist. In den nächsten Tagen wollen die Tschechen an den ersten Monte-Klassensieg erinnern, der ihnen vor genau 40 Jahren geglückt ist. Und im Publikum auch eine Rallye-Legende aus der ehemaligen DDR. Wir wechseln einige nette Worte mit Egon Culmbacher, der einst auf Wartburg 353 erfolgreich unterwegs war.

Nach einem Fahrer-Lehrgang mit dem AvD-Histo-Monte-Initiator und fünffachen deutschen Rallyemeister Peter Göbel folgte am Abend eine Begrüßung und das Fahrerbriefing, bevor der Abend mit einem Fahrerfest in der Klassikstadt Frankfurt zuende ging. Nun wartet alles auf den Start der 21. AvD-Histo-Monte!

Tag 1: Von Frankfurt über Geroldsau nach Freiburg

Über den Fluß auf den Berg und durch die tiefen Wälder

Milchig schält sich die Silhouette der Mainmetropole aus dem Dämmerlicht des Morgens. Dampf steht vor den Gesichtern, die Kragen hochgeschlagen, Mützen tief in die Stirn gezogen. Endlich feuern die ersten Gasstöße über den großen Hof der Klassikstadt, das Konzert der warmlaufenden Maschinen schwingt im Grundton der alten offenen Vierzylinder, im Bass dazu die Sechs- und Achtzylinder, die eine gemeinsame Fanfare intonieren: Los geht’s! Auf zur AvD-Histo-Monte 2017!

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Und während die ersten Wagen numerisch in Aufstellung gehen, brühen und zapfen die tapferen jungen Damen von Botts Unmengen an heißem Kaffee, um die letzte Müdigkeit in den blauen, nur ganz leicht verhangenen Himmel zu vertreiben. Der erste Fahrerabend, das traditionelle Briefing durch Initiator Peter Göbel mit Kennenlernen und Wiedersehen der teilnehmenden Teams, hat am Vorabend vernünftigerweise nicht allzu lang gedauert.

Nun läuft der Countdown und die Startnummer 1, Dietmar Gornig, der Vorjahressieger, macht sich im Audi Urquattro auf die Reise zum ersten Tagesziel nach Freiburg im Breisgau. Im Halbminutentakt folgen die Fahrzeuge und verlassen auf dem schnellsten Weg über ein paar Autobahnkilometer die Stadt, um bald schon in den schönen Odenwald auszuweichen und jene Wege zur Hirschhorner Höhe einzuschlagen, die Bilder produzieren, wie man sie nur noch aus der Vergangenheit zu kennen scheint.

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Sie sind noch alle so wohltuend unterschiedlich, jeder Schwung, jeder Buckel ist anders, ja, manchmal erscheinen die Automobile von einst kaum artverwandt, und sie beleben die kurvigen Nebenstraßen über Berg und Tal mit eben diesem besonderen Flair vergangener Zeiten, auf das sich auch mancher Zuschauer am Wegesrand gefreut hat. Denn wie immer wurde entlang der Etappen wieder in großzügiger Auflage das Programmheft verteilt, und so wissen die Odenwälder Nummer für Nummer, was dort im Morgenlicht vorbei rauscht.

Dann schlängeln sich die Straßen durch die Wälder hinunter bis nach Sinsheim, und der Odenwald bleibt hinter dem Feld zurück. In den Schwarzwald geht es hinauf, und dunkel verschieben sich die haarscharf gerissenen Silhouetten der dicht bewaldeten Kämme in jenen Nebelfetzen, die einst schon bei Wilhelm Hauff und seinem „Kalten Herz“ für ein wohliges Erschauern gesorgt haben. Aber doch geht es den Alpen entgegen, und allen ist das mittags an der Geroldsauer Mühle ins Gesicht geschrieben: In die Alpen! Der Schwarzwald ist schön. Aber wir wollen in die Alpen.

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Pech hat allerdings ein Team, dessen Lancia Fulvia Coupé mit Motorschaden ausfällt. Schnell kann die Reise mit einem alten Automobil bei unüblicher Belastung zu Ende sein, alle wissen das, und alle in der Gemeinde der echten Petrol-Heads fürchten diesen lähmenden Moment.

Wir freuen uns jedoch auf ein Wiedersehen bei der AvD-Histo-Monte 2018!

Am Nachmittag macht sie wieder einmal das neue PlusRallye-Roadbook nützlich, das ohne die Chinesenzeichen auskommt, bei denen man so höllisch aufpassen muss und die zuverlässig den Genuss mancher Panoramen trüben.

Das Starterfeld schlängelt sich hinauf an den Hohen Ochsenkopf, links, rechts, links, aber doch hält die große Kompassnadel über allem ganz stoisch nach Süden. Über Elzach und Waldkirch geht es hoch und höher bis in die kalte Stille auf dem verschneiten Kandel, dann endlich führt das Roadbook hinab ins Rheintal und am frühen Abend ist das Freiburger Dorint Hotel an den Thermen nach 442,91 Tageskilometern erreicht, um dort einen entspannten Abend unter Freunden bereit zu halten.

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Tag 2: Von Freiburg über Malbuisson nach Aix-les-Baines

Und alles andere bleibt da unten zurück…

Man könnte in gewohnter Manier ja damit beginnen, wie sich die Teams noch einmal wohlig in den Betten wälzen, außerhalb von Freiburg, im komfortablen Dorint-Hotel an den Heilquellen.

Man könnte.

Aber stellen wir uns doch lieber etwas später, gegen halb acht, ein paar hundert Höhenmeter weiter oberhalb auf den Schauinsland, den Hausberg der Freiburger, der noch starr und blau in der winterlichen Kälte schläft. 780 Höhenmeter Bergrennstrecke, die sich auf zwölf Kilometern in 173 Kurven zur Passhöhe winden. Von 1925 bis 1984 war es die längste Herausforderung dieser Art in Deutschland überhaupt.

Und während an den schönsten Kurven schon so manche Fotografen bibbern, kommt da etwas herauf. In kurzen, gut dosierten Stößen, unüberhörbar, unaufhaltsam, unmissverständlich.

Es ist die ganz spezielle Morgengabe der Audi quattro.

Startnummer 1, die Vorjahres-Histo-Monte-Champions Dietmar Gornig und Stephan Hinze erreichen zuerst den Scheitel, dann dauert es nur noch wenige Augenblicke und die Startnummer 8 kommt vorbei geflogen, kaum einen Moment für den Auslöser lassend. Walter Röhrl in seinem Element. Schauinsland. Freie Fahrt, nix los, kein knebelndes Hinke-Limit, dazu klare Luft, und die Temperatur deutlich unter null. „Das war sehr schön,“ sagt er später, „vor allem, weil die Strecke nicht ganz trocken war.“

Dann folgen die Startnummern 2 bis 7, 9 und so weiter…

Hoch auf dem Pass gibt es Kaffee bei Botts und nun erstrahlt die Sonne im Osten, während die Täler noch in tiefes Nebelmeer gehüllt sind.

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In weiten, unendlich weiten Wogen schieben sich vor uns die Wipfel des hohen Südschwarzwalds hintereinander und sinken von Weite zu Weite ins intensivere Blau des unendlichen Sfumato, um das schon die Maler der Renaissance gerungen haben, bis es Leonardo selbst in den Kanon seiner hohen Kunst einfügte: alles vergeht undeutlich in der Ferne, nur der Weg dahin und hindurch, der liegt als Roadbook auf den Knien des Beifahrers.

Das Feld taucht wieder ab in den Nebelschwaden, auf und ab. Schmale Straßen, enge Kurven, steile Felsen, so geht es dem Rhein und somit der Schweiz entgegen. Dann Rheinfelden, alte Grenze, und den Initiatoren von PlusRallye ist es gelungen, die alte Bogenbrücke samt anliegender Altstadt für die AvD-Histo-Monte zu öffnen. Was sonst nur noch den Fußgängern erlaubt ist; hier rollen nun die automobilen Raritäten, und das Publikum ist ebenso bunt wie jung und alt, vom schwarzen Biker bis zum neugierigen Kiga-Stöpsel.

Aus dem Rheintal heraus steigt die Route alsbald ins Obere Jura, und auch hier wird die traditionsreiche Bergrennstrecke St. Ursanne – Les Rangiers in das Roadbook eingebunden; Kurven, wie sie sein müssen!

Doch schnell ist die Schweiz wieder verlassen und der Weg führt nun konstant nach Süd-West, wie eine Verheißung., fast schon wie ein erster leiser Ruf aus Monte Carlo.

Am Lac de Saint-Point, in Malbuisson wird mittags schließlich getafelt, und wieder sind über 300 Kilometer bewältigt. Aber der Sonnenschein entschädigt für das freiwillig installierte Sportgestühl, das im Tageslauf der polternden Nebenstraßen gern mal die kommode Maske fallen lässt, um sich als grobschlächtige Büßerbank zu präsentieren.

Doch wer hätte es anders gewollt?

Denn ja, es ist eines der letzten Abenteuer aus den goldenen Zeiten der Motorisierung. Seit 1911 führt die Sternfahrt in das kleine Fürstentum der Grimaldis. Und wie auch immer sich die Zeiten entwickeln werden – wer das noch erleben möchte, der sollte sich sputen, wer weiß? Die Rallye selbst ist immer mit der Zeit gegangen, aber ihre Hommage huldigt den großen Jahren, in denen die individuelle Mobilität als ein unschätzbarer Grundzug unserer Freiheit begriffen wurde.

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Die vierte Etappe im Anschluss führt nun endlich hinauf in den Schnee. Durch den Parc naturel de Haut Jura und bald auch in Serpentinen hinauf auf den Col de Menthieres. 200 Kilometer gilt es so noch einmal zu bewältigen, bis in der Dunkelheit der Marktplatz von Aix-les-Baines als Tagesziel erreicht wird. Hier in der Stadt der heißen Schwefelquellen, bereits mondänes Reiseziel der Belle Epoque, bereitet sich die 21. AvD-Histo-Monte auf den dritten Tag vor, der über Grenoble und Crots bis an die Côte d´Azur führen wird.

Tag 3: Von Aix-les-Baines über Crots nach Cannes

Wenn die Sonne durch den Nebel bricht

Aix-les-Baines, und der Morgen des dritten Tages zeigt einem im Dunkeln vorerst die nasse, kalte Schulter. Die Nacht hindurch hat es geregnet, aber das ist vollkommen nebensächlich. Und nach dem Restart um 7.15 Uhr wird schnell gewiss, dass nun endlich der Winter wartet.

Als das Blau des Morgens durchbricht, starten die ersten Fahrzeuge zur 13. Prüfung hinauf auf den Mont Revard. Was als flüchtiger Schneematsch beginnt, gewinnt mit der Höhe an Festigkeit und schließlich erstreckt sich eine blendend weiße Landschaft unter strahlend blauem Morgenhimmel, wie im Bilderbuch.

Immer weiter geht es über unzählige Kurven und Kehren, bis mit dem Col du Lautaret auf 2058 Metern ein erster großer Höhepunkt des Tages erobert wird.

Überhaupt werden diee Kurven und Kehren das Gebot des Tages sein. Im Gebirge gibt es keine alten Wege, die gerade sind. Der Abstieg ins Tal und die Runden auf der Eisbahn des Circuit Serre Chevalier indes können den nahenden Frühling nicht mehr verleugnen. Zu warm ist es bereits in den letzten Tagen gewesen, und dort einmal die Kuh so richtig fliegen zu lassen. Und überhaupt bemerkt man wieder dieses Wunder des Lichtes. Plötzlich ist es da, dieses mediterrane Gefühl, das sich erst im Gemüt ausbreitet, bevor man es gedanklich zu fassen bekommt. Kein Wunder, dass Generationen von Malern in diesen gesegneten Landstrich geflohen sind, um der winterlichen Tristesse der Großstädte des Nordens zu entkommen.

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Ankunft in Aix les Baines

Nach der 15. Prüfung wird in der Mittagszeit nach 276 Kilometern der 5. Gesamtetappe das Restaurant „Les Bartavelles“ in Crots erreicht. Es ist ziemlich genau die Hälfte an Tageskilometern, denn die 6. Etappe hält noch einmal 278 unvergleichlich kurvige Kilometer bereit.

Die Tour führt nun am glasklaren Lac de Serre Poncon entlang, überquert ihn und steigt auf den 1110 Meter hohen Col Lebraut. Aber alles das ist nur Vorgeschmack auf die unwirklich erscheinende Ansammlung von Haarnadelkurven, mit denen die schmale Straße sich später wie eine große Schlange vom Col de Sagnes ins Tal von Bayons hinunter windet, überkrönt von einem mächtigen Panorama aus schneebedeckten Gipfeln in der fernen Höhe.

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Über Sisteron mit seiner mächtigen Zitadelle folgt die Etappe nun dem Tal der Durance, um anschließend den Col d´Espinouse zu erklimmen. Aber das größte Naturschauspiel des Tages präsentiert in der Dämmerung: Der Grand Canyon Frankreichs, die Schlucht von Verdon, wird auf halber Höhe von einer atemberaubenden Panoramastraße durchmessen, die als 19. Wertungsprüfung unter die Räder genommen wird. Viele, viele Kurven und Kehren wurden bisher schon gemeistert, nun gibt es sozusagen noch einmal den Nachschlag en gros, gefolgt von zahllosen weiteren Richtungswechseln. Wer nun am Abend endlich die ersten Olivenbäume, dann auch Palmen und Citrusbäume ausmacht, der hat sich dieses Stück Frühling im Winter wirklich redlich verdient. Und endlich erreicht man die Palmenpromenade von Cannes und dahinter rauscht leise das Mittelmeer, schlagen die ruhigen Wellen an den Strand und vor uns erhebt sich das Pullman Royal Casino, Hotel direkt am Meer, Ausgangspunkt für das große Finale am Samstag!

Tag 4: Von Cannes über den Col de Turini nach Monte Carlo

Hinauf zu den Sternen

„Wenn ich hier oben bin, dann ist das wie früher. Vielleicht liegt es an dem großen Erfolg von damals. Aber auf dem Turini fühle ich mich dreißig Jahre jünger. Ich habe keine Sekunde bereut, hier noch einmal mitzufahren.“ So formuliert es Walter Röhrl am Kamin im Hôtel des Trois Vallées, wo ihm schon immer Mme Laetitias legendärer Blaubeerkuchen besonders geschmeckt hat.

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Auf dem Col de Turini

Es ist der unbestrittene Höhepunkt des vierten Tages der 21. AvD-Histo-Monte. Vielleicht der Höhepunkt überhaupt bei dieser Zielfahrt auf historischen Originalstrecken aus über 100 Jahren Rallye Monte Carlo.

Dabei beginnt schon der Morgen mit einem besonderen Schauspiel, nach einem langen Winter.

Leichte Bewölkung an der Côte d´Azur, schnell hebt sich die Dämmerung über der Strandpromenade von Cannes, deren Beleuchtung wie eine funkelnde Perlenschnur das Land vom Meere trennt. Die blaue Stunde. Und beim Frühstück im seeseitigen Saal des Pullman Hotels Royal Casino steigt ein tiefroter Streifen aus dem Meer, gefolgt von einem Sonnenaufgang, der einen wunderbaren Tag verheißt: Es geht mit einem Hauch von Frühling hinauf auf den Col de Turini!

Doch erst einmal lauern gleich zwei Geheime DKs, um ordentlich in Schwung zu kommen. Wer jetzt das Roadbook nicht richtig gelesen hat, der zieht keinen Joker. Aber wie auch immer, die schmale Straße windet sich bei Les Gleirettes den Berg hinauf, wie ein Vorgeschmack auf die weltberühmte Passstraße in der Mittagszeit.

Und weiter geht es, über Col de la Sine und Col de Bleine, nun bereits 1439 Meter über dem Meer. Wie groß aber dann der Kontrast in der Tiefe, denn noch einmal geht es hinunter und am Grunde der Schlucht des Clue de St. Auban rauscht laut der schnelle Fluß, der diesen märchenhaften Schlund gegraben hat, durch den sie einst wie einen steinernen Aberwitz die Straße hindurchgetrieben haben.

Doch dann ist es endlich soweit.

Die Nadel im mechanischen Kompass dürfte fast kreiseln wie ein Propeller, denn das Hin und Her der Spitzkehren am Fuße des Turini lässt bereits ahnen, was nun kommt. Aber die Überraschung ist noch größer, denn oberhalb der letzten Häuser ist man plötzlich allein mit sich, dem Auto, der Straße und dem Himmel.

Gehöriger Respekt stellt sich ein. Dieses Ding bei Nacht bezwingen? Gegen die Uhr? Und gegen die Gewissheit, die droht, wenn nur ein Fehler geschieht…

Steiler wird der Fels, immer höher steigt das Band, immer weiter das Panorama, immer tiefer der Blick über die nur kniehohen Mauern.

Dann ist der Schnee wieder da, obwohl in Cannes bereits die ersten Blüten sprießen. Die Bäume werden weiß, unter dicken Bäuschen duckten sich die knorrigen Tannen und gefrorene Mauern aus verharschtem Schnee steigen am Straßenrand bis auf Augenhöhe.

Und oben dann, inmitten des plötzlichen Winters, die Pause im Hôtel des Trois Vallées, dem Haus der drei Täler, denn es führen auch drei Wege hinauf auf den Col de Turini mit seinen über 1600 Höhenmetern.

Bis auf den letzten Platz schieben sich die Teilnehmerfahrzeuge auf dem Parkplatz zusammen, ebenso eng aber freudig die Stimmung im Hause. Und mitten drin ein gelöster Walter Röhrl, der besonders gerührt zu sein scheint. Viermal Sieg auf vier verschiedenen Marken. Hier hat er alles erreicht, was man in seinem Sport erreichen kann. Die Monte ist die Monte. Und alle haben soeben eine Ahnung bekommen, was das wirklich an Herausforderung bedeutet.

Ebenso spektakulär folgt dann der Abstieg in Richtung Monte Carlo. Der Yachthafen von Monaco, dort, wo auch die offizielle Monte endet.

Aber erst einmal sind da wieder Serpentinen über Serpentinen, die teils in gemauerten Blöcken übereinanderliegen. Wer hat so etwas dereinst gebaut? Dann wandert eine bruchsteinerne Bogenbrücke in den Blick, die auf eine Kapelle zuläuft, die wie ein Adler auf dem Felsen thront, hoch über dem Tal und der Strecke, die schon so viele Stoßgebete erlebt haben muss.

Und noch immer geht es über kurvige Straßen weiter, so, als würde das nun für immer so bleiben.

Aber dann ist da plötzlich zwischen den Felsen diese unwirklich hohe Linie am Horizont, wo sich das Dunkelblau mit dem mediterranen Himmel verbindet: das Meer! Und wie in den schroffen Abgründen am Morgen schiebt sich der Verkehr nun durch die Häuserschluchten von Monaco, diesem eigenartigen Gebilde am Fuß des Gebirges, das in die Höhe wachsen musste, weil es keine Fläche mehr gibt.

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Ankunft in Monte Carlo

Doch der Hafen bietet noch immer Platz für das Starterfeld, das nun die schmutzverkrusteten Klassiker abstellt, um diesen besonderen Triumph zu genießen: Es ist geschafft. 1730 Kilometer in vier Tagen, und niemand kann die Kurven zählen. Etwas Müdigkeit wird weggeblasen von der Besonderheit des Augenblicks. Es ist ein Erlebnis fürs Leben. Eine Erinnerung, die bleiben wird, ebenso wie die Freunde, die man gewonnen hat. Und die sagen sich am Abend nach der festlichen Abschluss-Gala ein Lebewohl bis zum nächsten Mal. Denn viele werden wieder dabei sein, wenn es im Februar 2018 heißen wird: Der Berg ruft! Zur 22. AvD-Histo.Monte!

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Im Media-Team unterwegs auf einem nagelneuen Skoda Superb 4×4.

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Bremen Classic Motorshow – Die Karmann-Festspiele http://www.oldtimerapp.com/?p=1693 http://www.oldtimerapp.com/?p=1693#respond Fri, 03 Feb 2017 23:48:38 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1693 Im Titelbild die VW Roadster Studie von Karmann aus dem Jahr 1965 

Die Bremen Classic Motorshow war auch bereits am Freitag sehr gut besucht. In dichten Trauben drängten sich die Zuschauer vor allem auch um die Fahrzeuge in der Sonderausstellung in Halle 5. Dort hat Volkswagen einige Schätze aus der einst privaten Karmann-Sammlung aus Osnabrück ausgestellt. Einige Autos mit Karosserien der 2010 untergegangenen Firma wurden dabei noch nie in der Öffentlichkeit ausgestellt.

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Opel Diplomat A Coupé mit Karosserie von Karmann. Das Auto wurde keine 400 Mal gebaut. Heute ist der 5,4 Liter V8 das wohl gesuchteste Opel-Modell der Nachkriegszeit.

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Mirjam Burgdorf vom Olms Verlag mit Herbert F. Schulze am Stand der GTÜ in Halle 5. Soeben erscheint das gemeinsame Projekt über die Wertermittlung klassischer Fahrzeuge. Sehen Sie auch unsere Veröffentlichung hier in den Klassiker-News vom Samstag, 28. Januar.

 

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Aus der Sammlung des PS.Speichers in Einbeck: Adler Favorit im unberührten Fundzustand. Das Cabriolet mit Karosserie von Karmann wurde von 1929 bis 1933 gebaut.

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Horst-Dieter Görg (li.) bei der Übergabe des Goldenen Kolbens an Johannes Hübner. Bei der traditionellen Abendveranstaltung von F-Kubik, dem Forum für Automobilgeschichte, wurde der Journalist und Moderator für seine jahrzehntelange Arbeit ausgezeichnet.

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Audi Pik As von 1973, gezeichnet von Giugiaro. Ein damals spektakuläres Einzelstück von Karmann.

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Adler Stromlinie von 1938 mit Karosserie von? Karmann!

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Schönes Detail an der Studie für den Nachfolger des Karmann-Ghia von 1962.

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Und die selbe Studie, übrigens ohne Antriebsstrang, in der Ausstellung der Volkswagen-Stiftung.

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Mal was anderes: Die jungen Damen der Alt-Ford-Freunde backen Waffeln in Form des Ford-Emblems. Mit oder ohne Puderzucker, gegen eine Spende nach Gusto. Rechts im Durchgang von der ÖVB-Arena zu Halle 4.

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VW 411 Prototyp als Cabriolet. Von Karmann.

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VW 1500 Typ 3 als Karmann-Cabriolet-Studie. Das Auto war serienreif. VW zog in letzter Sekunde die Reißleine.

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Die Studie zum Karmann-Ghia von 1953. Dieses Auto, gezeichnet von Felice Mario Boano, überzeugte VW-Boss Heinrich Nordhoff auf Anhieb, als es Wilhelm Karmann ihm vorführte. Die etwas veränderte Serie begann 1955.

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Einzelstück: VW Karmann-Ghia 1600 TC von 1965. Für manchen Freak einer der schönsten VW aller Zeiten.

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Und die VW-Roadster Studie von 1965 noch einmal von hinten.

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Bremen Classic Motorshow 2017 – wir haben für Euch bereits gespinxt… http://www.oldtimerapp.com/?p=1663 http://www.oldtimerapp.com/?p=1663#respond Thu, 02 Feb 2017 22:24:12 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1663 Seht nur einmal das Titelbild: Sechs Tiger am „Gebrauchtwagenhandel“ des Messerschmitt-Clubs. Die rasende Zigarre aus Regensburg wird nämlich 60 Jahre alt.

Wir haben im Vorfeld am Donnerstagabend schon einmal eine Runde über die Bremen Classic Motorshow gedreht, und eines steht fest: Die Ausstellung wird von Jahr zu Jahr besser. Ganz besonders wohltuend fällt dabei auf, dass der Fokus immer ausgeprägter auf Raritäten liegt, die nicht den großen Hubraumklassen entstammen. Und so werden Unikate und Prototypen präsentiert, die einst stilbildend im Wirtschaftswunder waren. Dazu die Arbeit der gut 40 anwesenden Marken- und Oldtimerclubs, die wieder ganz wunderbare Stände präsentieren.

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VW Karmann -Prototyp vor dem Truck unserer neuen Partner von der Württembergischen Versicherung. Wir freuen uns auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit!

Natürlich fehlen auch nicht die Sportwagen und Luxuslimousinen, aber der Schwerpunkt liegt auf seltenen Autos, Motorrädern und Rollern der 50er und 60er Jahre.

Wir finden ganz klar: Daumen hoch, diese Messe lohnt sich wirklich.

Und eine Empfehlung: Reist doch mal ganz entspannt mit der Bahn an. Und wenn es nur die letzten 10 Kilometer sind. Die Messe liegt direkt hinter dem Bremer Hauptbahnhof. Stressfreier geht es gar nicht.

Hübi

Johannes Hübner

Am morgigen Abend wird der weithin bekannte Journalist und Moderator Johannes Hübner mit dem „Goldenen Kolben“ durch „F-Kubik“, das Forum für Fahrzeuggeschichte, ausgezeichnet. Wer „Hübi“ schon einmal auf einer Oldtimer-Veranstaltung, wie seiner Klassik-Gala in Schwetzingen erlebt hat, der kennt sein ungeheuer breit gefächertes Wissen . Nun bekommt er die alljährlich an einen Oldtimer-Spezialisten verliehene Auszeichnung. Wir gratulieren herzlich!

 

 

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Ein rarer VW Hebmüller im unrestaurierten Zustand. Das gibt es noch!

 

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Das sind die neuen Gewinne der Oldtimer-Spendenaktion für 2017. Das wird wieder sehr interessant. Audi 100 S Coupé als Hauptpreis, das wär doch mal was! Lose gibt es in Halle 4, Stand C 21

 

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Zündapp Janus, der rare Kleinwagen, vor dem Polizei-Käfer am Stand unserer Partner von der GTÜ. Trefft uns dort, in Halle 5, Stand F32.

 

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Vor dem Truck der Württembergischen: Ultraseltener Hanomag Partner von 1951. Der Versuch, nach dem Krieg zurück ins PKW-Geschäft zu kommen, endete mit diesem Prototypen.

 

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Motorroller, Motorroller! Bei den Händlern und den Clubs. Jede Menge! Außerdem feiert Zündapp den 100. Geburtstag mit einer schönen Sonderschau.

 

Unsere Partner auf der Bremen Classic Motorshow:

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Halle 5 Stand F32

Würrtembergische

Unübersehbar in Halle 5, Stand D 30: Der Truck der Württembergischen Versicherung.

Dt Oldtimer Reisen Logo

Fahr Dich glücklich! Die Deutschen Oldtimer-Reisen informieren über ihre vielen wunderbaren Histo-Touren! Halle 6, Stand A 31

 

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Die Deutsche Museumsstraße. Gemeinsam mit uns am Stand der GTÜ in Halle 5, Stand F 32. Erfahrt alles über Deutschlands schönste Oldtimermuseen.

PS Speicher Logo

PS.Speicher in Einbeck, das spektakuläre Oldtimermuseum in einem alten Kornspeicher der Kaiserzeit. Wer noch nicht da war, hat was verpasst! Halle 5, Stand F10. Genau gegenüber des roten Doppeldeckerbusses der Oldtimer-Markt

 

radio oldtimer logo

Radio Oldtimer – Die ganze Welt der klassischen Fahrzeuge im Web-Radio! Halle 5, Stand F05

 

 

 

 

 

F-Kubik

F-Kubik, das Forum für Fahrzeuggeschichte verleiht am Freitag im Beck´Stage an der ÖVB-Arena den Goldenen Kolben an Johannes Hübner.

 

 

 

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Glasurit und die FIVA – ein Hoch auf den Originallack http://www.oldtimerapp.com/?p=1652 http://www.oldtimerapp.com/?p=1652#respond Thu, 02 Feb 2017 01:51:45 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1652 Seit einiger Zeit kommt es bei Glasurit in Münster-Hiltrup zu informellen Treffen rund um die Oldtimerei. Dabei werden stets interessante Themen diskutiert, die uns Petrol-Heads alle angehen.

Diesmal hatte Jürgen Book, Chef der CCC-Sparte, „Classic-Car-Colours“, wieder ganz besondere Referenten in der Diskussion. Über 120 geladene Gäste waren dazu gekommen – keine Frage, die Veranstaltungen in der größten Farbenfabrik des Kontinents haben sich in der Szene herumgesprochen.

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Der Renault 16 von 1966 im originalen Einschicht-Metallic-Lack wurde bei Glasurit in Hiltrup mit neuester Technik retuschiert. Selbst die seidenmatte Oberfläche bleibt so erhalten. Das Auto gehört Classic Data in Bochum.

Glasurit, heute eine Tochter der BASF, hat eine große Tradition zur Lackiertechnik im Automobilbau. Irgendwann wurde den Verantwortlichen bewusst, dass man in Hiltrup über ein Farbtonarchiv von über 230.000 unterschiedlichen Mustern verfügt. Einzig die Zuordnung zu historischen Vorbildern und Farbnummern bleibt dabei zumeist eine Detektivarbeit.

Gemeinsam mit der FIVA, dem internationalen Dachverband für alle Clubs zu historischen Fahrzeugen, zieht man nun in Hiltrup seit 2016 gemeinsam an einem Strang.

Daher konnte Jürgen Book auch illustre Gäste begrüßen: Neben Prof. Dr. Mario Theissen, dem FIVA-Vizepräsidenten, sprach auch Frank Reichert, Chef der ADAC-Klassikabteilung.

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Der GMC Suburban von 1968 präsentierte sich mit echter Patina aus fast 50 Jahren.

Die technische Entwicklung in der Lackfabrikation stand im Vordergrund des unterhaltsamen Abends auf dem akribisch gesicherten Werksgelände.

Was ist Lack überhaupt? Eine Frage, die nur wenige wirklich beantworten können. Jürgen Book stellte heraus, dass viele alte Technologien nicht nur technisch überholt, sondern auch nicht mehr zu reproduzieren sind. Ein prominentes Beispiel ist dafür der oft verbrämte „Nitro-Lack“ den viele Originalitäts – Fetischisten wollen, aber gar nicht so richtig wissen, warum. Technisch ist das sehr empfindliche Verfahren längst überholt, nach Umweltaspekten inzwischen undenkbar, außerdem hat Glasurit Substanzen kreiert, die optisch keinen Unterschied bieten, technisch aber haushoch überlegen sind.

Mario Theissen, einst Motorsportchef bei BMW, diskutierte die aktuelle Marktsituation. Viel Geld sei im Umlauf, Manipulationen und Spekulationen gingen einher. Besonders läge ein Augenmerk auf China, wo zurzeit noch die Gesetzgebung die Einfuhr von Gebrauchtwagen untersage – aber Unzählige bereits auf die Öffnung des Marktes hofften.

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Erstaunlich: Die quadratische Folie liegt auf der deutlich verlebten Haube eines Jaguar Mk IX und präsentiert sich in Farbe und Verschleiß der Oberfläche exakt wie das 50 Jahre alte Original. Da werden noch tolle Entwicklungen in Hiltrup bei Glasurit zu erwarten sein!

Längst habe sich bei den Begehrlichkeiten die Carta von Turin durchgesetzt. Damit verdrängt der original erhaltene, patinierte Klassiker das top-restaurierte Modell vom Thron. Und genau hier setzt Glasurit inzwischen an. Technologien werden mittlerweile in Hiltrup entwickelt, die eine Oberflächenreparatur ermöglichen, deren Ergebnis dem strapazierten Original mit allem Charme der Patina entspricht. Und das ist erst der Anfang!

Jedenfalls ist Glasurit nun offizieller Partner der FIVA zu allen Fragen einer originalen Oberfläche, sei es im konservierten Zustand aus Jahrzehnten, sei es im Neulack mit Originalfarbton und mit perfekt gealterter Oberfläche – das bleibt spannend!

Die Entwicklung der Lackierung vom Kutschenbau bis in die Moderne kann man übrigens am Glasurit-Stand auf der Techno Classica in Essen erleben.

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Neu: Die Bibel für Klassiker-Analysten von Herbert Schulze http://www.oldtimerapp.com/?p=1644 http://www.oldtimerapp.com/?p=1644#respond Sat, 28 Jan 2017 01:23:29 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1644 Noch nie drehte sich das Preiskarussell auf dem Klassiker-Markt so schnell wie in diesen Tagen. Immer neue Höchstmarken werden gerissen, Premium-Marken wie Ferrari und Porsche erklimmen immer weitere, nie für möglich gehaltene Höhen. Wie aber soll man den Zustand eines Fahrzeugs wirklich bewerten, wenn es zwischen den Zustandsnoten um fünfstellige Summen in der Differenz geht? Was ist nötig für die richtige Versicherung? Bei einem Gutachten kann sehr viel falsch gemacht werden.

Einen wirklichen Leitfaden zu dieser delikaten Problematik hat es bisher nicht im kompakten Format gegeben. Doch nun ist taufrisch mit Unterstützung der GTÜ ein Buch erschienen, das das Zeug zum Standardwerk hat:

Wertermittlung Klassische Kraftfahrzeuge

Definition und Kriterien der Wertermittlung, Bewertungsfaktoren und Einflussgrößen anhand von Fallbeispielen.

Das im Olms-Verlag erschienene Hardcover-Buch mit 240 Seiten wurde von Herbert F. Schulze aus Köln geschrieben. Der GTÜ-Sachverständige mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Bewertung von klassischen Fahrzeugen teilt in diesem Kompendium bereitwillig seine enorme Erfahrung und Kompetenz – ein Glücksfall für alle, die heute einen sicheren Schritt auf diesem tückischen Parkett haben wollen.

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Porsche 356 Vor-A mit Knickscheibe von 1952. Der Wert im Top-Zustand hat sich in wenigen Jahren verzehnfacht. Aber wie beurteilt man das wirklich und reell, wenn es um sechsstellige Summen geht? Das Buch von Schulze liefert eine fundierte Antwort.

Aber es ist nicht nur ein Werk für die Spezialisten – auch Liebhaber mit entsprechenden Fahrzeugen finden hier die Sicherheit, die sie benötigen, um eine Bewertung auch selbst auf ihre Stichhaltigkeit beurteilen zu können.

Herbert F. Schulze ist übrigens der Begründer der großen Klassiker-Datenbank der GTÜ in Stuttgart. Diese Prüforganisation mit bekannt besonderem Faible für Sammlerfahrzeuge kann aus dieser einmaligen Bibliothek schöpfen, um ihren Sachverständigen Informationen zu Fahrzeugen zu liefern, die sonst oft einfach nicht zu bekommen sind! So wird ein Gutachten zu einer sicheren Bank!

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Und nun ein besonderer Hinweis: Der Fachmann und Autor Herbert F. Schulze ist persönlich auf der Bremen Classic Motorshow anzutreffen. Am Stand der GTÜ in Halle 5 an Stand F32. Lassen Sie sich doch Ihr persönliches Exemplar bei einer Tasse Kaffee signieren!

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6. Januar, Dreikönigstag, ein Fest für Alt-Ford-Freunde http://www.oldtimerapp.com/?p=1633 http://www.oldtimerapp.com/?p=1633#respond Fri, 06 Jan 2017 01:51:39 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1633

Hoffentlich sind Sie, seid Ihr alle gut ins neue Jahr gekommen. Heute ist Dreikönigstag, der 6. Januar, und da liegt es doch nahe, einmal an jenes Automobil-Emblem zu erinnern, das direkt damit zu tun hat.

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Das Wappen der Stadt Köln

1164 hatte der Kölner Erzbischof und Kanzler Kaiser Friedrich Barbarossas die Gebeine der Heiligen Dreikönige als Kriegsbeute von Mailand nach Köln gebracht, was die Bedeutung der mittelalterlichen Stadt am Rhein als Pilgerziel deutlich erhöhte. Die drei dreiblättrigen Kronen im roten Schildhaupt auf dem Stadtwappen deuten bis heute darauf hin. Darunter auf weißer Fläche die elf Flammen, die auf eine andere kölsche Heilige verweisen. Sie erinnern an die Prinzessin Ursula und ihre 11.000 Jungfrauen, die durch die Hunnen den Märtyrertod gestorben sein sollen… Freilich konnte man so jeden Knochen aus den unzähligen Römergräbern als Reliquie an fromme Pilger verkaufen, aber das gehört hier ja nicht unbedingt hin.

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Die erste Nachkriegsmittelklasse aus Köln, der Ford Taunus P2, trug erstmals das Kölner Wappen. Gebaut wurde er von 1957 bis 1960.

1925 hatte Henry Ford aus Dearborn/Michigan/USA die erste deutsche Niederlassung in Berlin gegründet. Doch bald schon baute er ein neues Werk in Köln-Niehl, in dem seit 1931 Autos gebaut werden.

Die ovale „Ford-Pflaume“ als Emblem wurde 1939 von den Nazis ausgetauscht gegen eine stilisierte Werkshalle vor den beiden Türmen des Doms. Dieses Emblem blieb bis Anfang der der 50er Jahre aktuell, dann folgten von 1952 bis 1956 zwei ineinander verschlungene liegende Ovale, in denen links ein „F“ für Ford und rechts ein „K“ für Köln eingesetzt war. Der „Weltkugel-Taunus“ von 1952 trug ganz dem Namen nach bis 1959 einen emaillierten Globus auf der Nase.

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Die letzte Version des ursprünglichen „Weltkugeltaunus“ Typ G13 war der „Streifentaunus“, gebaut von 1959 bis 1962. Das Wappen ist gut auf der Haube zu erkennen. Sein Nachfolger war bis 1966 der P4, wie ihn oben das Titelbild zeigt.

Mit dem größeren Taunus P2, dem „Barocktaunus“, wurde ab 1957 erstmals das Kölner Stadtwappen mit den drei Kronen als Emblem verwendet. Bis 1971 fand man es an den kleinen Typen G13 „Streifentaunus“, P4 und P6, sowie an der Mittelklasse P2 „Barocktaunus“, P3 „Badewanne“, P5 „Große Wanne“ und P7. Die originale blaue Ford-Pflaume tauchte erst ganz unauffällig wieder auf der Einstiegsleiste auf dem Türschweller oder auch unten am vorderen Kotflügel auf.

Auf das schöne Kölner Stadtwappen folgte eine kurzfristige Ernüchterung mit vier schlichten, einzelnen „FORD“-Buchstaben, bevor wieder ganz verschiedene Wappen die Autos schmückten.

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„Auch auf der „Großen Wanne“, dem Taunus P5, wurde das Emblem von 1964 bis 1967 verwendet.

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Unsere besondere Weihnachtsgeschichte http://www.oldtimerapp.com/?p=1620 http://www.oldtimerapp.com/?p=1620#comments Mon, 26 Dec 2016 00:10:40 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1620

Vor genau 70 Jahren, zu Weihnachten 1946, gab es nachts an der italienischen Grenze bei Triest eine wüste Schießerei. Beteiligt war der Alfa Romeo-Grand Prix-Prototyp, mit dem Mussolini einst die deutschen Silberpfeile hatte übertrumpfen wollen: eine irre Geschichte…

Gino Jankovits setzte in dieser Christnacht alles auf eine Karte. Gemeinsam mit seinem Bruder Oscar hatte er vor dem Krieg in Fiume an der Adria eine Werkstatt mit Werft betrieben. Dort hatten die beiden im Auftrag ihres Freundes, des genialen Alfa Romeo – Konstrukteurs Vittorio Jano, zwischen 1934 und 1937 einen revolutionären Mittelmotor-Rennwagen zusammengebaut. www.grandprixhistory.org/jano_bio.htm

Aber der Krieg war aus, Fiume hieß nun Rijeka und sollte ab 1947 zur neu gegründeten Volksrepublik Jugoslawien gehören. Staatsführer Tito wollte anschließend in sozialistischer Manier alle Privatbetriebe verstaatlichen.

Nix wie weg, dachte sich Gino Jankovits und startete den spektakulären Rennwagen auf Basis des Alfa 6C 2300, um über die noch provisorische Grenze nach Triest und somit nach Italien zu fliehen. In der Weihnachtsnacht gelang ihm dieser Überraschungscoup, aber er wurde von den Grenztruppen noch beschossen. Mit Einschusslöchern im Heck und Plattfuss kam Jankovits in Triest an. Er hatte es in den Westen geschafft!

Aber das Geld ging ihm aus und er musste das einmalige Auto verkaufen. 1951 ging der Alfa nach England, wo er 1967 wiederentdeckt wurde. Ende der 90er Jahre kam er zurück nach Italien und wurde dort restauriert.

Und was für ein Auto das ist! Vittorio Jano hatte eigentlich noch einen V12-Motor dafür entwickeln wollen. Ein Mittelmotor-Rennsportwagen mit Einzelradaufhängung unter einer strömungsgünstigen Ponton-Karosserie, dazu ein hydraulisches Zweikreis-Bremssystem. Das war meilenweit der Zeit voraus! Bereits 1934 hatte die Entwicklung begonnen. Das faschistische Italien wollte unbedingt mit den Nazis mithalten. 1935 siegte Tazio Nuvolari noch einmal mit einem Alfa auf dem Nürburgring. Hitler soll dem Sieger vor Wut sogar den Handschlag verweigert haben.

Aber dann kam endgültig die große Dominanz der Silberpfeile von Mercedes-Benz und Auto-Union, weil das Deutsche Reich Unsummen in die Entwicklung steckte. Wer sollte da noch mithalten können?

1937 kam der Grand Prix von Italien, einmalig ausgetragen in Livorno. Auf den ersten sechs Plätzen kamen Mercedes-Benz und Auto-Union ins Ziel. Nuvolari auf Alfa-Romeo folgte erst auf dem siebten Platz. Mussolini, der „Duce“, schäumte so sehr, dass er für die Entlassung von Vittorio Jano als Alfa-Chefkonstrukteur sorgte. Dabei hatte sich dessen Prototyp noch gar nicht bewähren können. Niemand weiß, wie es gekommen wäre, hätte das revolutionäre Mittelmotor-Auto mit V12-Maschine jemals die Rennstrecke gesehen… Zur Zeit ist der, und so heißt er offiziell, „Alfa Romeo Jankovits 6C 2300 Aerodinamica Spider“ im Technik Museum Sinsheim zu sehen.

Mehr: www.aerospider.com

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Frohes Fest und Guten Rutsch! http://www.oldtimerapp.com/?p=1616 http://www.oldtimerapp.com/?p=1616#respond Sun, 25 Dec 2016 00:25:36 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1616 Heute vor vier Jahren sind wir mit der www.Oldtimer-App.com online gegangen! In dieser Zeit haben wir viele, viele wunderbare Erfahrungen gemacht und eine Menge netter Menschen kennengelernt. Dazu sind immer mehr Partner gekommen, die Ihr Vertrauen in uns setzen. Das wissen wir sehr zu schätzen und wir wollen auch weiterhin alles dafür tun, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen. Vielen Dank Ihnen und Euch allen! Und so sehen wir dem nächsten Jahr gespannt entgegen. Feiert schön. Wir sehen uns.

Viele Grüße aus Südwestfalen, dem Land der Automobilzulieferer,
Dieter und Achim von der O-Y-App.com

 

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Historischer Motorsport und nostalgisches Reisen an der Côte d’Azur http://www.oldtimerapp.com/?p=1594 http://www.oldtimerapp.com/?p=1594#respond Thu, 15 Dec 2016 12:26:03 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1594 Genau passend zum scheußlichen Wetter da draußen, zu gepökelten Straßen und fest verschlossenen Garagen mit eingemotteten Klassikern, schickt uns unser Partner Udo Freialdenhofen von den Deutschen Oldtimer-Reisen einen Bericht aus diesem Oktober, von der Mistral-Histo-Tour 2016. Besonders spannend dabei ein Besuch auf der Rennstrecke Paul Ricard in Le Castellet. Aber lesen Sie selbst und erleben Sie diese Genussreise einmal mit…

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Das Wetter… Mon Dieu…

 Der Veranstalter: http://www.deutsche-oldtimer-reisen.de
Motorsport mit historischen Rennwagen ist faszinierend – für Fahrer und Zuschauer. Beim Reisen im Old- und Youngtimer entwickelt sich die Faszination historischer Mobilität auf völlig andere Art und Weise. Historisches Rennen und Reisen aus der Region Aachen trafen sich Anfang Oktober nahe der französischen Mittelmeerküste auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet.

Der Impressario: https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Ricard

Die Rennstrecke:  https://de.wikipedia.org/wiki/Circuit_Paul_Ricard

Die Aachener Scuderia M66 schickte bei den „Dix Mille Tours du Castellet“ gleich sechs historische Boliden in die Rennen, Deutsche Oldtimer-Reisen richtete sich mit neun zeitgenössischen Sportwagen, darunter Pretiosen wie Citroen SM, Ferrari 328 oder Opel Commodore, und einer Sechszylinder-Honda im Fahrerlager ein. Die besonders in Frankreich beliebten „Dix Mille Tours du Castellet“ waren das Ziel der einwöchigen Mistral HistoTour des Oldtimerreise-Veranstalters.

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Walter Röhrl sagte zum Lancia Rally 037: „Das ist für mich die perfekte Maschine gewesen.“ 

Der Meister: http://www.roehrl-walter.de/neu/erfolge/autos/lancia/index.html

Nur knapp 20 Kilometer von der Strandpromenade des schon leicht mondänen Küstenstädtchens Bandol an der Côte d’Azur entfernt, ist die 1970 fertiggestellte Motorsport-Rennstrecke  nahe der südfranzösischen Ortschaft Le Castellet im Département Var immer noch eine der schönsten der Welt. Der Kurs galt anfangs wegen seiner damals noch nicht üblichen Auslaufzonen als sicherheitstechnische Pionierleistung und Vorreiter der später so genannten „Retortenstrecken“. Das FIA-„Institut für Motorsport-Sicherheit“ verlieh der Anlage 2006 wegen ihrer vorbildlichen Sicherheitskonzeption als erstem Preisträger den FIA Institute Centre of Excellence Award.

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Der Circuit Paul Ricard wurde unter Mithilfe der Rennfahrer Henri Pescarolo und Jean-Pierre Beltoise in nur zehn Monaten entworfen und gebaut. Beeindruckend ist auch heute noch ihr Profil, das vor allem durch seine ungewöhnlich lange Mistral-Gerade (rund 1,6 km) geprägt wird. Und an diese lange Gerade in Richtung Küste erinnert auch der Name der Oldtimerreise „Mistral HistoTour 2016“.

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Le Castellet – für viele die schönste Rennstrecke der Welt

Ähnliches hatten bis dahin nur die Rennstrecken von Le Mans (mit der Hunaudières-Geraden) und Reims zu bieten, die allerdings außerhalb der Rennveranstaltungen öffentliche Land- oder Nationalstraßen waren. Deshalb war und ist Paul Ricard eine beliebte Teststrecke für die Teilnehmer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans. Die leichte Rechtskurve am Ende der Geraden kann als „Mutkurve“ voll gefahren werden und heißt Signes nach dem nahegelegenen zeitweiligen Wohnort des Streckenerbauers Paul Ricard. Bei der Eröffnung 1970 galt die Anlage als neuer Maßstab für Rennstreckenführung und -sicherheit, mit damals noch seltenen Curbs (teilweise vierfarbig lackiert in blau, weiß, rot und gelb) und großen Kies-Auslaufzonen.

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Anfang Oktober steuerte die illustre Reisegruppe der „Mistral HistoTour“ mit Teilnehmern aus ganz Deutschland das in Frankreich höchst populäre historische Rennwochenende „Dix Mille Tours“ in Le Castellet an. Und gleichzeitig schickte hier die Aachener Scuderia M66 ein halbes Dutzend historische Porsche-Rennwagen ihrer Kunden auf die rund 5,8 Kilometer lange Strecke. Ausrichter Peter Auto lockte mit seinen historischen Rennserien wieder mehr als 250 Teams aus ganz Europa nach Le Castellet, die in die fünf verschiedenen Kategorien absolut fair um Sieg und Platzierung rangen.

Scuderia M66 trifft Mistral HistoTour

Schon beim ersten Rundgang durchs Fahrerlager, in dem jede Rennkategorie in eigenen Bereichen und einer schier unglaublichen Anzahl von weißen Pagodenzelten fast fürstlich residierte, fielen der Oldtimerreisegruppe die beiden Sattelzüge mit Aachener Kennzeichen auf. Schnell war eruiert, in welcher Box die „Öcher“ ihr Zuhause aufgeschlagen hatten und die erste gemeinsame Kaffeerunde nach dem Rennen der historischen Gruppe C-Wagen war vereinbart.

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Teamchef Uwe Niermann blickt auf langjährige motorsportliche Erfahrung und vor allem gelebte Automobilsportleidenschaft zurück. Freundlich und geduldig führte er die Besucher durch die Box, beantworte viele Fragen und war schon ein wenig stolz, mit dem Porsche 962 seines belgischen Kunden Nicolas D’Ieteren jetzt auch ein Gruppe C-Renner aus Zuffenhausen in der Betreuung zu haben. Nicht umsonst vertrauen zahlreiche internationale Rennsportler seit etlichen Jahren auf den Rundum-Service, den ein zusammengeschweißtes und perfekt eingespieltes Team sicherstellt.

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Fahr Dich glücklich, so das Motto. Das hat bei der Mistral Histo Tour 2016 mal wieder trefflich funktioniert!

Was steckt eigentlich hinter dem Kürzel M66, wollten die interessierten Gäste natürlich auch von Teamchef Uwe Niermann wissen. Denn seine Firma mit 22 Mitarbeitern und Standorten in Aachen und am Nürburgring heißt eigentlich Automobilzentrum Aachen. „Unsere Heimat ist der alte Aachener Schlachthof in der Metzgerstraße 66. Was lag also näher als Renngemeinschaft, auf Italienisch Scuderia M66 – kurz, knapp und prägnant“, so Niermann. Das komplett restaurierte ehemalige Schlachthofgebäude in Aachen bietet eine unvergleichbare Atmosphäre, in der Niermann und sein Team ihren Motorsport präsentieren. „Historische Architektur und historische Rennwagen – das passt“, ist Uwe Niermann überzeugt. Das fängt schon im stilvoll eingerichteten Empfangsbereich an, wo die Wünsche und Anregungen von Kunden und Besuchern entgegengenommen werden. Ebenso gerne trifft man sich hier, um sich ein wenig über die eigenen Fahrzeuge, motorsportliche Ereignisse oder die anderen Dinge des Alltags zu unterhalten.

M66 = Metzgerstraße 66

 http://www.automobilzentrum-aachen.de/index.php/unternehmen.html

In Südfrankreich betreute die Scuderia M66 neben dem Gruppe C-Boliden weitere Porsche vom Schlage 911 RSL (1974), pilotiert von Peter Mülder und dem Schweizer Christian Traber, 935 K3 (1979) und 550 A (1955), gefahren wiederum vom Belgier Nicolas D’Ieteren, 934/5 (1976), mit Hans-Jörg Hübner am Steuer, sowie einem 935 K3 (1980), mit der Besetzung Urs Beck und Jürgen Barth. Apropos, Jürgen Barth. Den unvergessenen Le-Mans-Gewinner von 1977 trafen die Reiseteilnehmer der „Mistral HistoTour“ am Circuit Paul Ricard zu einem kleinen ‚Benzingespräch‘. Barth und Udo Freialdenhofen von Deutsche Oldtimer-Reisen kennen sich über viele Jahre und somit war das „Meet & Greet“ mit der Rennfahrer-Legende Ehrensache.

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Citroen SM mit Maserati V6. Der passt hier gut hin!

Eingerahmt wurde dieser Höhepunkt der „Mistral HistoTour“ durch jeweils rund 1.000 Kilometer feinster Landstraßen und Pässe in Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Nach dem Start im Schloss Reinach bei Freiburg im Breisgau führte die Route durchs Baslerland, die Französische und Schweizer Jura bis zum ersten Etappenziel in Annecy. Über kleinste Departemente-Sträßchen näherte sich die sportliche Reisegruppe Grenoble, von dort ging es über Sisteron durch die Berge bis ans Meer in Bandol. Die Rückreise zeigte die schönsten Seiten der Route Napoleon und der Route Grand Alps, umrundete den Genfer See an seiner schönsten Seite von Evian nach Vevey, ehe schließlich in Schopfheim im Südschwarzwald mit dem Hotel „Krone“ das Ziel des diesjährigen „Mistral HistoTour“ von Deutsche Oldtimer-Reisen erreicht wurde.

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Die Messe in Nürnberg lockt in die große alte deutsche Zweiradstadt http://www.oldtimerapp.com/?p=1582 http://www.oldtimerapp.com/?p=1582#respond Tue, 06 Dec 2016 21:20:45 +0000 http://www.oldtimerapp.com/?p=1582 Mit der RETRO CLASSICS® BAVARIA endet die Oldtimer- Saison 2016. Zum ersten Mal präsentieren internationale Aussteller die ganze Welt automobiler Klassiker in Nürnberg.

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Erleben Sie vom 9. bis 12. Dezember in vier modernen Messehallen faszinierende Präsentationen der schönsten Automobilklassiker, eine umfangreiche Fahrzeugverkaufsbörse, zahlreiche Präsentationen von Clubs- und Vereinen, Shows, Experten und eine interessante Szene an Klassiker-begeisterten Personen.

Es erwarten Sie Hersteller und Händler, Restauration und Handwerk, die Internationale Sammlerszene, Ersatzteile und Accessoires, Fahrzeugverkaufsbörse, Motorsportpräsentationen, Oldtimer-Veranstaltungen und -Hotels, Zweiradpräsentationen und außergewöhnliche Sonderschauen.

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In Nürnberg wird es eine Horch – Sonderschau geben.

Die RETRO CLASSICS® BAVARIA widmet sich mit einer Sonderschau den bei Horch hergestellten Automobilen. Horch genoss hohes gesellschaftliches Prestige und hatte in den 1930er Jahren im Luxussegment einen Marktanteil von über fünfzig Prozent, womit man die Spitzenposition unter den Wettbewerbern in Deutschland besetzte. Man wollte das beste Automobil von allen bauen und dies in Rennen unter Beweis stellen. Mit Erfolg. So sind die Karossen wie auch in der Rennabteilung von Horch entwickelten und gefertigten Auto-Union-Rennwagen bis auf den heutigen Tag weltbekannte Spitzenprodukte der Automobil- und Renngeschichte.

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Interessant für alle Restaurierer, die perfekte Metalloberflächen im originalen Aussehen bevorzugen: Ambassador ist auf der Messe vertreten.

Unter dem Motto „Zeitgeschichte der Nürnberger Fahrzeug- und Zweiradindustrie“ werden die seltensten Exponate aus der Sammlung auf der Messe zu sehen sein. Das ‚Museum Industriekultur‘ befindet sich in einer ehemaligen Schraubenfabrik aus den 1920er Jahren. Hier dreht sich alles um die Geschichte der Industrialisierung in Nürnberg vom 19. Jahrhundert bis zum Strukturwandel in der Gegenwart. Über viele Jahrzehnte hinweg war Nürnberg neben Bielefeld eines der beiden Zentren der deutschen Zweiradindustrie.

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Das Museum für Technikgeschichte in Nürnberg präsentiert sich ebenfalls auf der 1. Retro Classics Bavaria.

Die Nürnberger Motorradindustrie wurde zu einem Begriff für Innovation, Qualität und motorsportlichen Erfolg. Zündapp, Hercules, Ardie, Victoria oder Maurer sind nur einige der rund fünfzig Marken und Manufakturen, die seit den 1920er Jahren in Nürnberg angesiedelt waren. Freuen Sie sich mit uns auf ein Stück Nürnberger Zeitgeschichte auf der RETRO CLASSICS® BAVARIA – ein Thema, das kaum besser zur Stadt und seiner Geschichte passt.

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