Der Hanomag Stromlinien-Rekordwagen von 1939 am Stand der GTÜ

Die 40. Veterama in Mannheim war auch in diesem Jahr wieder ein echter Publikumsmagnet. Bei gutem Herbstwetter freuten sich viele Anbieter über ordentliche Umsätze. Der hohe Anteil an angebotenen Zweirädern war auch diesmal wieder auffallend: Wer ein interessantes altes Motorrad sucht, für den ist und bleibt Mannheim im Oktober die erste Wahl.

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Es ist unklar, wo welche Instrumente positioniert waren. Die Hanomag IG sucht noch händeringend nach einem Originalfoto des Interieurs.

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Das Heck zeigt gut den Leichtbau des Fahrzeugs. Fast 100 Meter Rohr wurden von Uli und Fynn Weinberg verbaut.

https://www.gtue-oldtimerservice.de/

http://www.deutsche-museumsstrasse.de/

Wir haben uns am Messestand unserer Partner von der GTÜ, den Oldtimer-Profis der Gesellschaft für Technische Überwachung, mit einem ganz besonderen Projekt auseinandergesetzt. Am Stand hatte die Hanomag IG die Reproduktion des Hanomag-Diesel Stromlinien-Rekordwagens von 1939 ausgestellt.

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Die Initiatoren der Hanomag IG, dazu Anke und Andreas Heine von der GTÜ sowie Hans-Holger Frenzel von der Deutschen Museumsstraße.

Es ist eine spannende Geschichte, die wir ganz kurz erzählen möchten.

Die Hanomag, die Hannoversche Maschinenbau AG, existierte von 1871 bis 1984 und war ein großer Hersteller von Lokomotiven, LKW, PKW und Baumaschinen. Parallel zum Mercedes Benz 260D baute Hanomag 1936 den ersten Diesel-PKW der Welt in Serie. Gern wird übrigens erzählt, es wären die ersten Diesel-PKW überhaupt gewesen. Das allerdings war bereits 1933 ein Citroen Rosalie mit Motor von Sir Harry Ricardo.

Aus 1,9 Litern Hubraum entwickelte das Aggregat aus der Feder von Lazar Schargorodsky damals sehr beachtliche 35 PS. Für die Rekordwoche in Dessau im Februar 1939 entstand ein Stromlinien-Rennwagen mit Alu-Karosse über einem filigranen Rohrrahmen auf dem verkürzten Fahrgestell eines Hanomag Roadsters von 1938. Auf der neuen Autobahn Berlin-Leipzig erreichte der Ingenieur Karl Häberle 165 Stundenkilometer und stellte gleich vier Klassenrekorde auf. Kurz darauf begann der Zweite Weltkrieg und das Fahrzeug ging verloren.

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Karl Häberle 1939 am Steuer des Rekordwagens. Zeitgenössische Fotos: Hanomag Interessengemeinschaft e.V.

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Bis auf einige Fotos und Risszeichnungen blieb nichts vom Rekordwagen erhalten. Dennoch haben sich Horst-Dieter Görg und seine Mitstreiter der Hanomag IG an die Wiederauferstehung dieses Meilensteins der Automobilgeschichte gewagt. In Zusammenarbeit mit Autodesk in Ronneberg und der Technicon Design Group in Köln wurde das Fahrzeug komplett in 3D virtuell erstellt. Mit dieser Vorlage gingen die Karosseriebauer Uli und Fynn Weinberg aus Zetel an den Aufbau von Rohrrahmen und Außenhaut.

http://oldtimerapp.com/index.php?menu=10&id=4068

 

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Der Rekordwagen ist bereits fahrbereit, allerdings fehlen noch Spenden für den Abschluss der sehr aufwändigen Karosseriearbeiten. Unterstützer können ab 50 Euro eine absetzfähige Spendenquittung erhalten. Da müssten sich doch noch ein paar Selbstzünder-Fans finden, das wäre doch gelacht.

http://www.hanomag-museum.de/html/hanomag-museum-frameset.html?http://www.hanomag-museum.de/html/hanomag_ig.html

Der Clip zum Auto: http://www.hanomag-museum.de/Weltrekord_Diesel_Video/Weltrekord-Diesel.html

 

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